Kurz zurück

Mann, Mitte 30, knüpft sich
Hemd auf offener Straße
zu
Krankenwagen
Alarm (andere Sache)
Frau film (Hilmmel oder sich selbst)
Noch ein Mann mit Hut
lange Haare, Lachen
er, sie, es (Kind)
Kopfhörer
Sonnenbrille
meine „Größe“
schlanker (er)
sehen wahrscheinlich beide  scheiße aus
mit der Technik auf dem Kopf

Jenseits des Tisches

Schwangere Frau

Mann mit Hut
Hier und da mal eine Maske
> materiell, sonst sehr viele!
Kalk Post sucht
und findet
das Ende der Ferien

Mann im Rollstuhl
sucht noch immer das Glück
jenseits des Tisches
das Tor zur Welt
ist manchmal
eine ziemlich teure ‚Hure‘

Hier ggf. männliches Wort einsetzen
> neues Berufsfeld: Onlyfans, sugagirls, sugaboys
> das Internet drückt auf die Preise

Wikipedia sagt:
(1) Die Sugababes sind eine aus London stammende britische Pop-Girlgroup, deren ursprüngliche Besetzung sich 1998 formierte. (2) Onlyfans ist ein Webdienst zur kostenpflichtigen Bereitstellung von Webinhalten wie Fotos und Videos, vorwiegend erotischen bzw. pornografischen Inhalts, aber auch Live-Streamings Prominenter jenseits dieser Sparte. (3) Musik ist eine Kunstgattung, deren Werke aus organisierten Klängen bestehen, die Empfindungen oder Assoziationen hervorrufen können. (4) Hure (ahd. huora, mhd. huore) ist die deutsche, oft abwertende Bezeichnung für eine Prostituierte. In der Umgangssprache wird dieser Begriff auch für Frauen mit häufig wechselnden Sexualpartnern gebraucht. Ein verhüllendes Synonym ist Freudenmädchen, umgangssprachliche Bezeichnungen sind Bordsteinschwalbe und Trottoiramsel, abwertende Synonyme Nutte, Dirne und Metze. Hübschlerinnen nannte man fahrende Frauen.

Nebentisch zahlt
mit dem ein oder
anderen Vorurteil

Frau geht, ich auch

Brot für die Welt

Im Hinteregrund läuft die Musik
als wäre nie etwas passiert
neue Lieder von gestern
fühle mich so
mit 14 offensichtlich alles erlebt
außer Schicksal
Glück
Deutschland
nicht Afrika
> kenne das „Land“ nur aus
den Medien
Brot für die Welt
für einen Kontinent
der wahrscheinlich besser ist
als sein Ruf (meistens!)
außer für mich (helle Haut, Sonne!)

Regen in Kalk

Das Wasser
tropft von dem Gerüst
beim Bäcker ist
viel los, obwohl früh
die Autobahn rauscht
als wäre heute
ein ruhiger Tag
an den Sturm erinnert
das Konfetti auf dem
Bürgersteig, die Ampel
schaltet auf grün
zwei Menschen mit
„Migrationshintergrund“
unterhalten sich auf
einer anderen Sprache
ich denke, dass es
deutsche Mitbürger sind
und bin froh, dass ich
den Rassismus endlich
verstanden habe
für mich ist Herkunft
kein Thema mehr
sondern ein Interesse
ich finde es schade
dass ich mich nicht
mit den Männern
unterhalten kann
obwohl ich
nicht wüsste
worüber, und
ich rede manchmal
zu akademisch für
Kalk, obwohl ich
gar nicht weiß
was damit gemeint ist
qua meiner Herkunft
vor dem Drogeriemarkt
der heute geschlossen hat
beißt sich die Katze in
den Schwanz, habe hier
vorher noch nie eine
gesehen, aber es ist sonst
vermutlich zu viel Trubel
die Obdachlosen liegen
noch immer vor dem Kaufland
in dem der Döner vom
Fußballstar verkauft wird
denke an den Weltfrieden
und fühle mich kurz wie
Miss Germany ohne Preis
aber mit einem Gewissen
an dieser Stelle gerne
Jubel und Applaus einblenden
„Bravo! Bravo! Bravissimo!“
die italienischen Cafés und
Bars sind schon offen, die
deutsche Kneipe hat noch
zu, da ist bald Kostümparty
oder sie war schon, ich traue
mich nicht stehen zu bleiben
um den Zettel zu lesen
obwohl niemand auf der
Straße ist, den es interessieren
könnte, aber ich weiß nicht
wer hinter den Kameras lauert
die hier die innere Sicherheit
gewährleisten sollen, neulich
hat man eine Fahrradfahrerin
kontrolliert, es war eine
Fahrradpolizistin mit einem
gelben Helm, neon, sie
trug eine Brille und wirkte
engagiert, die Erklärung
war sicher berechtigt, derweil
kaufte an einer anderen Ecke
ein mutmaßlicher Serienmörder
einen Revolver und Koks
ein Bauunternehmer hatte ihm
sein Schwarzgeld dafür geliehen
weil er sozusagen
richtig in der Scheiße sitzt
und seine Frau, die zwei Kinder
wissen davon noch nichts
sollen es auch nicht wissen
er ist der Held der Geschichte
zumindest glauben das alle
habe einen kurzen Flashback
an das dreckige Stück Mensch
anders kann man es wirklich nicht
nennen, das gestern abends
durch die Bahn gewandelt ist
der Mann, kein Gespenst, sondern
die Kontrafigur zum Frohsinn
die Hose kaum über den Arsch
der Dreck über den ganzen
Körper verteilt, dort auch
Einstichstellen – überall, ein
dickes linkes Bein wirkte
geschwollen und der Mann
wirkte nicht nur hilflos
er saß neben den Kostümen
wie die Wahrheit, aber er
die Masse blieb schweigsam
irritiert, angeekelt wie ich
und man hatte sich gerade
noch über die Spendenquittung
gefreut, die man vor Weihnachten
für die Steuer produziert hatte
weil man unbedingt auf dem Mars
eine Trinkwasserstation für
Waisenkinder einrichten wollte
der deutsche Mensch denkt
vor allem an sich, denkt groß
und daran, dass die Expansion
gelingt, der Export ist das
wichtigste Geschäft, im
Inland sind die Menschen
selbst schuld, wenn sie
sich nicht auf die Beine
stellen: „Schaut euch
den mal an, Kinder!
Vorsicht, nicht anfassen
und die Nase zuhalten.“

Ein Clown kotzt
auf dem gleichen Sitz
wenige Stunden später
sein Kostüm voll
und er träumt noch
von dem Mädchen
das er nie kriegen wird
weil sie sich für
einen anderen
entschieden hat
so einfach ist
die Sache und
so ehrlich ist
der Karneval.

Ein Journalist, ein
Unternehmer
und ein Mädchen
teilen sich das Zimmer
mit einem Politikersohn
in der Nähe vom
Rudolfplatz, es darf
niemand wissen
außer das Fest-
kommittee, um
die Reste kümmert
sich die
Abfallwirtschaft, danke
Köln. 3x Kölle Alaaf.

Im Iran wird
ein Oppositioneller
hingerichtet
seine Frau wird
an einen Oligarchen
verkauft, sie träumt
von der Freiheit und
davon, einmal eine
erfolgreiche Politikerin
zu sein, in einem anderen
Land, zu einer besseren
Zeit.

Ich esse heute
ein Weizenbrötchen
mit Butter und Erdbeer
-marmelade, lese in
einem Buch und
bemerke wie gut
es mir geht.

Schreibe ein Gedicht
versuche es bei der Steuer
einzureichen, mal sehen
was das Finanzamt dazu
sagt, wenn man die Kunst
auf die Geldwaage legt.

Ist die moralische
Integrität jetzt schon
wieder dahin, war sie
nie da… ich weiß es
doch auch nicht, aber
heute ist Sonntag
vielleicht finde ich
irgendwo einen
Beichtstuhl, Priester
und Geistliche
laufen in ein paar
Stunden wieder
genug draußen rum
notfalls Klage ich
mein Leid einer Nonne
es ist glücklicherweise
noch Karneval!

Besucherstatistik

Ich zähle
die Menschen
die an meinem
Geschäft
vorbeilaufen
die Kostüme
kommen alle
einzeln daher
und sprechen
eine Sprache
die
Vielfalt ist bunt
aber bunt war
selten so
farblos
wie heute
jedes ›Ich‹
ein
Braunkohlebrikett
doch, nüchtern
betrachtet
kommt einfach
keiner
in mein Geschäft

Denken an die Gaspreise
denken an ein Herrengedeck –

Ich bin ein
zynischer
Mann ohne
Verkleidung
und vielleicht
bin ich traurig
dass
ich nicht mehr
feiern und rauchen
darf, seit meiner
Herz-OP im
vergangenen Leben
dann
geht die Tür auf
ein Lachen
reißt mich aus den
fatalistischen
Gedanken (Träume?)
es ist alles anders
plötzlich ein niemand
sie ist nur ein
Mensch ohne
Maske, aber
der Held ist
nicht mehr
ganz
nüchtern

In Gedanken bin ich schon
bei der Geliebten –

Die Wahrheit ist
grau, was ist der
Himmel, ich
schmiere
zwei Brötchen, er
bedankt sich und
sie spricht schon
von
Heirat, ach
Karneval

Ich liebe dich auch, ganz
still und heimlich –

Definitionssachen

Jeder Jeck ist anders
und doch sehen alle
gleich aus…

Faschisten lieben
Uniformen und
Karnevalisten auch
sie wollen sie aber
eigentlich zerstören
die Macht, das Leid
das Hoheitsprinzip

wollen sie das
wirklich
in Köln oder regiert
die
Einparteienmentalität
in den Köpfen der
beschränkten
Freiheit

der Rhein schweigt
der Dom starrt in den Himmel
in Frankreich kippt ein Glas Wein um
ein Kind raucht wie ein Schornstein
und Napoléonkostüme liegen im Trend
immerhin tragen viele inzwischen
einen BH darunter, es gibt Hoffnung
es lebe die Subversion.

Gute Laune

Karneval
eine ambivalente
Geschichte
Kostüme sind
eigentlich
eine gute Idee
auch die Sache
dass man mal
alles rauslassen
kann
aber manche
Dinge waren mir
daran
schon immer
sehr fremd
warum nicht
das ganze Jahr
polyamorös
leben und
sich durch
Drogen swingen
den Rausch genießen
das Kölsch ist
keine Saisonfrucht
und Schlager
gehen auch immer
oder eben nicht
meine Freunde
treffe ich
unter der Woche
wir stellen fest
dass Klüngel nur
ein Synonym für
Korruption ist
wahrscheinlich
kommen wir nie mehr
auf die Füße
weil jetzt ein Prinz
beleidigt ist
einer, der
den totalen Spaß
diktiert

Ach, wie gut, dass
niemand weiß…
Alaaf.

Noch eine Baustelle

Die Stadien werden
jetzt nicht mehr gebraucht
weil Fußball doch eine
blöde Idee war
aber der Totalitarismus
und die Autokratie
sind die Liebe der
Herrscher
das goldene Steak
prügelt ein Weltstar
nach einem fast
verlorenen Sieg
aus seiner schwangeren
Freundin, die man ihm
als Gebärmaschine
zur Seite gestellt hat
sie agieren einfach so
so einfach agieren
die Funktionäre
sind daran gewöhnt
Menschen zu besorgen
wie lebloses Fleisch
gesteinigt wird
die Aussage der
freien Frau, die sich
behauptet
ein Mädchen
verliert den Kopf
noch vor der Geburt
es ist eine Katastrophe
und jetzt geht die
Inszenierung der Macht
weiter in einem
anderen Land mit den
Leuten, die es
einfach bestimmen
wann machen wir
das Flutlicht aus (Klima!)
widmen wir uns stattdessen
dem Minigolf!

Derweil liegt ein Antrag
noch immer in der
deutschen Verwaltung
die Zustände auf Baustellen
im Inland sollten mit denen
im Ausland, im Gastgeberland
verglichen werden
es liegt keine
Verschwiegenheitserklärung
vor, aber auch kein Interesse.

Wir schaffen das

Irgendwo dort
hinter den sieben Bergen
in den sieben Zelten
da kocht eine alte Frau
einen Tee für die Kinder
und ein Mann sitzt mit
Zahnschmerzen
weinend im Regen
er hatte sich das alles
anders vorgestellt
und wir auch.

Kara Tepe
war seine Hoffnung
die gewollte Not
war sie nicht
die Katastrophe
hat hier erst begonnen
weil ›Deutschland‹
eine Illusion war
statt Sicherheit
findet man hier
noch immer
keine Lösungen
für das gemeinsame
Problem.

Werte geleitet
die Politik in Europa
und im Ausland
lachen sie sich kaputt
weil jemand sich
berufen fühlt
die Anwesenden
über Fake News
in der Politik
zu belehren.

Europa ist
eine Hoffnung
die in Europa
beginnt
beginnt
die Hoffnung
in Europa
heute, morgen
übermorgen?

Demokratie ohne Menschen

Im Laufe der Jahrhunderte hat sich herausgestellt, dass die Politik immer wieder überfordert ist. Die ›Politik‹ gibt es zwar ohnehin nicht, aber die Menschen, die im Hintergrund arbeiten, sind entweder überfordert, ungebildet oder kalkulierte Opportunisten. Natürlich sind das nicht alle, aber die anderen sind so beschäftigt, dass sie gar nicht zu Wort kommen.